Getreide- und Rapserträge schwanken zwischen Nord und Süd stark

Je nach Witterungsverlauf gehen die Ernteerwartungen der Bauern in diesem Jahr regional weit auseinander. Der Präsident vom Landesbauernverband Mecklenburg-Vorpommern, Detlef Kurreck, rechnete gestern bei der Erntepressekonferenz des Verbandes in Wöpkendorf mit einer guten Ernte bei Getreide und Raps. Aktuell geht er davon aus, dass die Erträge bis zu 30 % über denen des schwachen Vorjahresniveaus liegen werden, womit unter dem Strich eine Erntemenge im langjährigen Mittel möglich wäre. Auch Zuckerrüben, Mais und Kartoffeln versprechen ihm zufolge gute Erträge.

Ganz anders gestaltet sich die Situation im Südwesten Deutschlands: Der Präsident des Hessischen Bauernverbandes (HBV), Karsten Schmal, wies gestern in Friedrichsdorf in der Wetterau auf das im Prinzip schon seit Herbst 2016 andauernde Defizit bei der Wasserversorgung hin, das für die Feldfrüchte nichts Gutes erwarten lasse. Bei der aktuell begonnenen Winterweizenernte bewegen sich die Erträge nach seinen Angaben auf leichten Standorten bis zu 15 % unter dem Vorjahresniveau. Auf guten Böden habe der Niederschlag der letzten Wochen hingegen dazu geführt, dass der Weizen noch grün sei. Dies könne Schwierigkeiten beim Ernten mit sich bringen, weil die Schläge nicht gleichmäßig abreifen könnten, erläuterte Schmal.

Mit Blick auf den Winterraps berichtete der HBV-Präsident nicht nur von einer Flächeneinschränkung um 4 000 ha zum Vorjahr, sondern auch von sehr unregelmäßigen Beständen, die teils stark unter der Trockenheit gelitten hätten. Die Erträge dürften daher nach Einschätzung des HBV das fünfjährige Mittel von 3,8 t/ha um wenigstens 10 % unterschreiten. In Mecklenburg-Vorpommern waren 2016 der amtlichen Statistik zufolge lediglich 3,46 Mio t Getreide und 609 000 t Raps geerntet worden. 17 % beziehungsweise ein Drittel weniger als im Mittel der Jahre 2010 bis 2015. In Hessen brachten die Landwirte im vergangenen Jahr 2,02 Mio t Getreide und 228 000 t Rapssaat ein; das waren gut 5 % beziehungsweise knapp 5 % weniger als im langjährigen Durchschnitt. AgE


Logo