USDA erwartet noch höhere globale Weizenlagerbestände

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) hat seine Prognose für die internationalen Lagerendbestände an Weizen für 2017/18 angehoben. Wie aus dem gestern veröffentlichten Bericht zum internationalen Getreidemarkt hervorgeht, sehen die Washingtoner Experten die betreffende Menge nun bei 264,69 Mio t; im Juli waren noch 4,12 Mio t weniger erwartet worden. Mit diesem Rekord würde der für den 30. September 2017 erwartete Endbestand voraussichtlich um 6,13 Mio t oder 2,4 % übertroffen.

Das US-Ministerium passte auch seine Prognose für die globale Weizenernte 2017/18 nach oben an, und zwar um 5,35 Mio t auf jetzt 743,179 Mio t; damit würde die Vorjahresmenge um 11,82 Mio t oder 1,6 % verfehlt. Das russische Weizenaufkommen in diesem Jahr sehen die Washingtoner Experten nun bei einem Rekordwert von 77,5 Mio t, womit die 2016 erzielte Menge um schätzungsweise 4,97 Mio t übertroffen würde. Für die Europäische Union wird weiterhin mit einer Ernte von knapp 150 Mio t gerechnet. Die Weizenmenge im eigenen Land sieht das USDA nun bei 47,33 Mio t, nach 62,86 Mio t im Vorjahr. Dabei wurden die Prognose für die Sommerweizenernte um fast 600 000 t auf 9,91 Mio t herabgesetzt und die Voraussage für die übrige Ware geringfügig auf 37,42 Mio t angehoben.

Mit Blick auf den internationalen Weizenhandel 2017/18 erwarten die Washingtoner Marktexperten nun für Russland als Folge der üppigen Ernte einen Export von 31,5 Mio t, nach 27,8 Mio t im Vorjahr. Den zweiten Rang am Weltmarkt nach Russland würde die EU belegen, und zwar mit einem gleichzeitigen Anstieg ihrer Weizenausfuhren um 2,5 Mio t auf 29,5 Mio t. Der dritte Platz wird nach Einschätzung der Experten an die USA gehen, für die allerdings ein Ausfuhrminus von 3,49 Mio t auf 26 Mio t Weizen erwartet wird.

Die Weizenfutures in Chicago reagierten auf den USDA-Bericht mit deutlichen Kursabschlägen. So kostete dort der Septemberkontrakt auf Soft-Red-Winterweizen (SRW) heute Morgen gegen 4.20 Uhr Ortszeit 4,41 $/bu (137 Euro/t); das bedeutete im Vergleich zum gestrigen Eröffnungskurs ein Minus von 4 %. Gleichzeitig erhöhte sich allerdings die Kursdifferenz zum betreffenden Future auf den proteinreichen Hard-Red-Springweizen (HRW) in Minneapolis auf rund 2,70 $/bu (84 Euro/t). AgE


Logo