Monsanto-Kauf durch Bayer wird von der EU-Kommission nun „eingehend“ geprüft

Mit der geplanten Übernahme von Monsanto durch Bayer tun sich die europäischen Wettbewerbsprüfer offensichtlich schwer. Die EU-Kommission kündigte heute an, im Rahmen der Fusionskontrolle eine „eingehende Prüfung“ einzuleiten. Wie die Behörde in Brüssel bekanntgab, ist man darüber besorgt, dass der Zusammenschluss der beiden Konzerne den Wettbewerb auf den Märkten für Pflanzenschutzmittel, Saatgut und agronomische Merkmale beeinträchtigen könnte.

Zum Bereich Pflanzenschutzmittel stellte die Kommission kritisch fest, dass es sich bei Monsanto und Bayer um zwei einer nur begrenzten Zahl von Wettbewerbern handele, die in der Lage seien, neue Wirkstoffe zu finden und neue Formeln zu entwickeln. So sei etwa der Wirkstoff Glyphosat von Monsanto das in Europa am meisten verkaufte Totalherbizid. Währenddessen stelle Bayer den Werkstoff Glufosinatammonium her, ebenfalls ein Breitbandherbizidwirkstoff und einer der wenigen Alternativen zu Glyphosat.

Genauer unter die Lupe nehmen will die Brüsseler Behörde aber auch das Saatgutgeschäft der beiden Konzerne. Die erste Untersuchung habe hier ergeben, dass die Unternehmen zusammengenommen unter anderem über hohe Marktanteile bei einer Reihe von Gemüsearten verfügten und einige ihrer Saatguterzeugnisse in direktem Wettbewerb miteinanderstünden.

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager betonte die Bedeutung von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln für Landwirte und Verbraucher. „Wir müssen auf diesen Märkten einen wirksamen Wettbewerb sicherstellen, so dass Landwirte Zugang zu innovativen Produkten und einer besseren Qualität haben und Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen kaufen können“, erklärte die Dänin. Allerdings müssten auch Rahmenbedingungen gewahrt bleiben, unter denen Unternehmen innovativ tätig sein könnten und in bessere Produkte investierten.

Die Bayer AG sieht nach eigenen Angaben einer Fortsetzung der „konstruktiven Zusammenarbeit“ mit der EU-Kommission positiv entgegen. Ziel des Konzerns ist es nach wie vor, die Genehmigung aus Brüssel für die Transaktion noch bis Ende 2017 zu erhalten. Bayer zufolge wurde die Transaktion am 30. Juni 2017 bei der EU-Kommission angemeldet; am 31. Juli seien Verpflichtungsangebote vorgelegt worden. AgE


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