Antibiotikaeinsatz in britischer Geflügelmast deutlich rückläufig

Die Geflügelmäster im Vereinigten Königreich haben 2016 erheblich weniger Antibiotika eingesetzt als noch vier Jahre zuvor. Wie aus dem aktuellen Antibiotikabericht der britischen Absatzförderungsorganisation für Geflügel (BPC) hervorgeht, ging die Antibiotikamenge im betreffenden Zeitraum um 71 % auf 23,72 t zurück. Gleichzeitig sei die Geflügelfleischproduktion um 11 % auf 1,79 Mio t gesteigert worden. Die halbstaatliche Einrichtung führt diesen Erfolg vor allem darauf zurück, dass Antibiotika auf der Insel seit dem vergangenen Jahr selektiver eingesetzt würden. Außerdem werde das Reserveantibiotikum Colistin nicht mehr verwendet.

Nach Einschätzung von BPC-Geschäftsführer John Reed hat die Branche trotzdem noch viel Arbeit vor sich. Die nächste Herausforderung bestehe nämlich darin, die Zusammenhänge zwischen dem Antibiotikaeinsatz und entsprechenden Resistenzen in der Vermarktungskette für Geflügel zu untersuchen. Allerdings seien die Landwirte und Veterinäre auch weiterhin auf Antibiotika angewiesen, um kranke Tiere zu behandeln, stellte Reed klar. Ein totaler Verzicht auf diese Wirkstoffe sei keine Option.

Großbritannien exportierte 2016 insgesamt mehr als 338 200 t Geflügel im Wert von rund 349 900 £ (383 175 Euro). Davon gingen insgesamt 22 800 t an frischer und gefrorener Ware sowie 3 300 t an Geflügelverarbeitungsprodukten nach Deutschland. AgE


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