Glyphosatverbot würde Frankreichs Landwirtschaft 2 Milliarden Euro kosten

Die Ankündigung des französischen Umweltministers Nicolas Hulot, dass Frankreich auf EU-Ebene gegen die Zulassungsverlängerung von Glyphosat stimmen werde, sorgt auf Seiten landwirtschaftlicher Interessenvertreter für anhaltende Kritik. Die Präsidentin des französischen Bauernverbandes (FNSEA), Christiane Lambert, bemängelte bei einer Pressekonferenz in dieser Woche, dass Hulot vor der Bekanntgabe der französischen Haltung zum Glyphosat dem Anschein nach keine ausreichende Abstimmung mit den Kabinettskollegen gesucht habe. Dies gebiete aber ein so problematisches Thema. Solange es keine Alternative zu Glyphosat gebe, sei der FNSEA für die Wiederzulassung.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Herbizidwirkstoffes wurde am vergangenen Mittwoch durch eine vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Ipsos vorgelegte Studie unterstrichen. Demnach drohen der französischen Landwirtschaft im Falle eines Glyphosatverbots Verluste von fast 2 Mrd Euro. Für die Untersuchung wurden 900 landwirtschaftliche Betriebe und mehrere Experten aus Landwirtschaft, Industrie und Institutionen herangezogen.

Bei einem Glyphosatverzicht seien Ertragsminderungen zu erwarten, welche Erlöseinbußen bei Getreide von 1,06 Mrd Euro und im Weinbau von rund 900 Mio zur Folge hätten. Gleichzeitig würden laut der Studie die Produktionskosten im Getreideanbau um 10 % und im Weinbau um 18 % steigen, was insgesamt zu Rentabilitätsverlusten bei Getreide um 33 % und im Weinbau um 22 % führe. Insbesondere bei Kulturen mit bodenschonender Bewirtschaftungsformen sei die Abhängigkeit von Glyphosat groß, stellen die Autoren der Studie fest. AgE


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