Anhaltender Preisrückgang am Schlachtschweinemarkt

Die Hoffnungen der Erzeuger auf ein Ende des Preisverfalls am Schlachtschweinemarkt haben sich nicht erfüllt. In Deutschland und vielen anderen Ländern der Europäischen Union übersteigt das Schweineangebot die derzeitige Nachfrage der Schlachtbetriebe, und die Preiskorrektur setzt sich unvermindert fort. Hierzulande setzte heute die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihre Leitnotierung um 5 Cent auf 1,53 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) herab; innerhalb von drei Wochen ist damit ein Minus von 17 Cent oder 10 % zu verzeichnen.

Neben dem großen Schweineangebot - laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) wurden vergangene Woche erneut mehr als 1 Millionen Tiere geschlachtet - belastet in Deutschland zusätzlich der Ausfall eines Schlachttages am Nationalfeiertag 3. Oktober den Markt. Zudem läuft der Fleischabsatz immer noch schleppend, und auch die Verkaufspreise für Teilstücke stehen unter Druck. Mehrere Schlachtbetriebe hatten deshalb Marktanalysten zufolge vor der Notierung eine Korrektur des VEZG-Preises auf 1,50 Euro/kg SG gefordert.

In anderen EU-Ländern werden die Schlachtschweinenotierungen im weiteren Wochenverlauf ebenfalls sinken. Am französischen Marché du Porc Breton gab der Preis am Montag bereits um 2 Cent/kg SG nach; am morgigen Donnerstag könnte ein Abschlag um weitere 3 Cent/kg folgen. In Spanien wachsen die Schweine bei kühleren Temperaturen schnell heran, und das Angebot sowie die Schlachtgewichte steigen. Die Notierung am Mercolleida wird für Donnerstag um 5 Cent/kg Lebendgewicht (LG) schwächer erwartet. In Belgien dürften die Schweinepreise Experten zufolge im Bereich von 4 Cent/kg LG nachgeben; lediglich in Italien soll sich der Rückgang bei einem ausgeglicheneren Markt mit einem Abschlag von bis zu 1 Cent/kg LG in Grenzen halten. AgE


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