Anhaltende Regenfälle bedrohen Kartoffelernte in Norddeutschland

Das zuletzt anhaltend schlechte Wetter könnte den Kartoffelbauern insbesondere in Norddeutschland noch einen Strich durch die diesjährige Ernterechnung machen. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) heute berichtete, haben die Landwirte größte Schwierigkeiten, die Kartoffeln wegen der starken Niederschläge zu ernten und einzulagern. Besonders in Norddeutschland seien die Kartoffelfelder trotz erntereifer Kulturen nicht zu befahren. Allein in Niedersachsen liege der Flächenanteil des deutschen Kartoffelanbaus bei 45 %, stellte der Bauernverband fest.

Vor diesem Hintergrund ist es unklar, ob sich die in der letzten Septemberwoche vom Bundeslandwirtschaftsministerium veröffentlichte Ernteschätzung, die der Sachverständigenausschuss von Bund und Ländern zur „Besonderen Ernte- und Qualitätsermittlung“ auf der Basis der vorliegenden Rodungsergebnisse abgab, tatsächlich erfüllen wird. Demnach wurde nach zwei mäßigen Kartoffeljahren mit einem normaleren Aufkommen gerechnet, und zwar mit 11,3 Mio t und damit fast 5 % mehr als 2016.

Den Anbau hatten die Kartoffelbauern zur Ernte 2017 der amtlichen Statistik zufolge bundesweit insgesamt um 2,4 % auf 248 400 ha ausgedehnt. Ein Grund für die Ausweitung war laut DBV die wachsende Nachfrage für die Herstellung von veredelten Kartoffelerzeugnissen, insbesondere von Pommes frites.

Mit Blick auf die bereits eingebrachten Kartoffeln in diesem Jahr appellierte der Bauernverband an den Lebensmitteleinzelhandel und die Verarbeitungsindustrie, vorzugsweise deutsche Ware einzukaufen und anzubieten, da die Qualität der bisherigen Ernte sehr gut ausfalle. Der DBV wies gleichzeitig darauf hin, dass für alle wichtigen Kartoffelanbauregionen in Nordwesteuropa - Frankreich, Benelux, Deutschland, Großbritannien - bessere Ernteergebnisse erwartet würden als im vergangenen Jahr. AgE


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