Verbände fordern Klimavorgaben für die Landwirtschaft

Ein Klima-Sofortprogramm für 2018 bis 2020 fordern rund 50 Verbände und Organisationen aus dem Umwelt-, Agrar- und Entwicklungsbereich von der künftigen Regierungskoalition. Ein „Neustart der Klimapolitik“ müsse dazu beitragen, das Ziel einer Minderung der Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 % gegenüber 1990 doch noch zu erreichen. Zudem müssten Weichenstellungen vorgenommen werden, um die deutschen Emissionen bis Mitte des Jahrhunderts „gen Null“ zu senken.

Handlungsbedarf sehen die Verbände nicht zuletzt im Agrarsektor, der nach ihrer Einschätzung derzeit „weitgehend unterhalb der klimapolitischen Aufmerksamkeitsschwelle“ arbeite. Gefordert werden eine Reduzierung der landwirtschaftlichen Düngung auf ein klimaverträgliches Maß durch entsprechende Verschärfung der Düngeverordnung sowie eine Eindämmung und Rückführung der „industriellen Massentierhaltung“, und zwar der Fleischüberproduktion einerseits und des Fleischexports andererseits.

Die zukünftige Koalition müsse den Umbau hin zu einer klima- und umweltfreundlichen Landwirtschaft in Angriff nehmen und sich für eine Reform der EU-Agrarpolitik einsetzen, die öffentliches Geld nur noch für konkrete öffentliche Leistungen wie etwa eine klimafreundliche Landbewirtschaftung bereitstelle.

Im Zusammenhang mit einer Ökologisierung der Forst- und Landwirtschaft seien natürliche Kohlenstoffsenken zu erhalten und wo möglich wieder zu erschließen. Insbesondere gehe es um den Erhalt und die Ausweitung von Dauergrünland, den Umbau der Forste zu naturnahen Wäldern, eine Beendigung des Torfabbaus sowie den Schutz von Mooren und deren Wiedervernässung. Zudem müsse das 20 %-Flächen-Ziel für den Ökolandbau schnellstmöglich erreicht werden. AgE


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