Röring fordert Stopp von Schlachttiertransporten in Drittländer

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) fordert ein Ende des Lebendtransports von Schlachttieren aus der Europäischen Union in die Türkei und den Nahen Osten. Der Verband reagiert damit auf die gestrige Ausstrahlung einer ZDF-Reportage zu Tiertransporten. Die dort gezeigten Bilder bezeichnete WLV-Präsident Johannes Röring als „verstörend“. Offenbar spielten Tierwohlaspekte bei Schlachtviehexporten aus der EU trotz klarer Regelungen offenbar kaum noch eine Rolle, sobald die Tiere die Außengrenzen der Gemeinschaft erreichten, kritisierte Röring. Er appellierte an die Politik, den Bund und die Europäische Union, gesetzliche Regelungen für ein Verbot von Schlachttiertransporten in Drittländer zu schaffen. Laut WLV wurden im Jahr 2016 etwa 400 Schlachtrinder aus Deutschland in Länder außerhalb der EU gebracht.

Der WLV verwies auf die bestehenden EU-Rechtsvorschriften zum Transport von Schlachtrindern aus der EU und ergänzende Leitlinien, erarbeitet von der Land- und Tierärzteschaft, den Viehhandelsverbänden und der Schlachtunternehmen. Tiere dürften nur transportiert werden, wenn sie transportfähig seien und ihnen „unnötige Verletzungen und Leiden“ erspart blieben.

Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) äußerte sein Unverständnis über die gezeigten Umstände der Tiertransporte. Über Twitter nannte es der DBV unverständlich, warum Tiere zu Schlachthöfen außerhalb der EU transportieren würden, wenn sie vorher hier gehalten worden seien. Dies gelte erst recht, wenn dabei jenseits der EU-Grenze Regelungen und das Tierwohl keine Rolle mehr zu spielen scheinten. AgE


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