Reges Interesse an deutschen Speisefrühkartoffeln

Nach einem gelungenen Saisonauftakt mit der Vermarktung von losschaligen Frühkartoffeln im 25 kg-Säcken wird nun der Blick auf das Geschäft mit Packware gerichtet, die in 14 Tagen startet. Spaniens Vorgaben werden dann entscheidend sein.

Der Vegetationsbeginn war in vielen Teilen Deutschlands etwas zu kühl und vor allem im Nordosten von viel Regen begleitetet. Dann hat die Natur mit hohen April- und Maitemperaturen für eine flotte Entwicklung der Kartoffelbestände gesorgt. Schon vor Pfingsten war in allen Frühkartoffelanbaugebieten ein erstes Angebot ab Hof oder für die Wochenmärkte am Start. Wie das Wetter drehte sich auch der Markt rechtzeitig. Im April lagen Frühkartoffeln aus Ägypten wie Blei in den Lägern und wurden für nur noch 35,00 bis 40,00 EUR/dt verkauft. Dann setzte im Mai plötzlich rege Nachfrage ein und es stellte sich heraus, dass die gelieferten Mengen ? auch aus Israel ? wohl kleiner als zunächst angenommen waren. Auch aus Italien oder von Zypern, woher Sackware für die Großmärkte stammt, blieb das Angebot kurz vor Pfingsten plötzlich klein.

In preislicher Hinsicht war der Saisonstart für hiesige Speisefrühkartoffeln relativ erfolgreich. An den städtischen Großmärkten galten je nach Herkunft Preise von franko 72,00 bis 80,00 EUR/dt, wovon in Baden-Württemberg eine Notierung von 25,00 bzw. 26,00 EUR/25 kg-Sack abgeleitet wurde. Die Pfalz notierte 72,00 EUR/dt für runde Sorten und 76,00 EUR/dt für Salatkartoffeln im 25 kg-Sack ? letzteres galt auch in Niedersachsen ? und im Rheinland gab es bis zu 80 EUR/dt. Alle Preise galten bis zu diesem Wochenende.

Kommende Woche wird die Anzahl der Anbieter und deren Erntemenge am Sackmarkt weiter steigen und die Preise unter Druck setzen. Der Wettbewerb an diesem ?Nebenkriegsschauplatz? dürfte aber nicht ganz so kräftig wie im Vorjahr sein. Spannender wird es für lose Ware zum Abpacken:

Während vor allem Ägypter bereits das Feld räumen, startet die Hauptphase des Verkaufs von Frühkartoffeln aus Spanien. Witterungsbedingt geht es etwas verspätet los und anbau-, ertrags- und qualitätsbedingt wird eine deutlich kleinere Menge als 2017 erwartet. Der Markt auf der Iberischen Halbinsel ist gut aufnahmefähig und bietet bisher hohe Preise. Franko Deutschland ging es aus Spanien vor einiger Zeit dann mit Preisen um die 63,00 EUR/dt los, was angesichts der Vorlagen aus Ägypten sehr viel war aber bis diese Woche behauptet wurde.

Im Südwesten wurden diese Woche schon viele Bestände reifegefördert. Mitte Juni wird es dann mit dem Verkauf festschaliger Frühkartoffeln losgehen. Sie werden zunächst vor allem Ägypter und frühe Spanier ablösen können. Preislich werden die Erzeugergemeinschaften an die Lieferungen aus Spanien anknüpfen.(AMI)



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